Roggen 1150 vs Vollkorn – Welches Mehl verwenden?

Direkter Vergleich des deutschen Roggenmehls Type 1150 und Vollkornroggen für Sauerteig: Unterschiede in Geschmack, Hydratation, Einsatzgebieten und Rezeptumrechnungen.

Schnellantwort

Welches soll ich verwenden?

Verwende Roggen Type 1150 für ausgewogene, leichter zu verarbeitende Mischbrote und wenn du einen milderen Roggengeschmack möchtest. Verwende Vollkornroggen, wenn du maximalen Geschmack, Struktur und Nährstoffe willst — er ergibt eine dichtere Krume und benötigt deutlich mehr Wasser.

💡 Wenn du mit Roggen beginnen willst oder mit Weizen mischst, wähle 1150; für ausgeprägten Roggencharakter und Ballaststoffe wähle Vollkorn.

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Vergleichstabelle

Eigenschaft Option A Option B Bedeutung
Kleie & Keim Reduziert (einige äußere Schichten entfernt) Voll erhalten Vollkorn enthält mehr Partikel, die Wasser binden und die Glutenentwicklung verlangsamen
Mineralstoffgehalt Mittel (~1150 mg/100g-Äquivalent) Hoch (höher als typgekennzeichnete Mehle) Mehr Mineralstoffe = kräftigerer Geschmack, höhere Nährstoffdichte
Geschmack Mild bis ausgeprägt roggenartig Kräftig, nussig, manchmal herb
Farbe Grau-braun Dunkelbraun mit sichtbaren Schalenteilchen
Wasseraufnahme 68-74% 75-90% Vollkorn erfordert deutlich mehr Wasser und längere Ruhezeiten
Textur bei 100% Roggen Weichere Krume, weniger dicht Dichter, zäher, gröber Vollkorn gibt mehr Biss und Struktur durch Partikel
Gärverhalten Gärt vorhersehbar Bewirkt schnellere Säuerung; kann rasch sauer werden Startermenge und Temperatur anpassen
Verfügbarkeit Sehr gut (Supermarkt / Mühle) Gut (Feinkost-/Vollwertläden)

Wann welches?

Roggenbacken für Einsteiger Roggen 1150

Verzeiht mehr, vorhersehbares Gär- und Hydratationsverhalten [1][2]

Rustikale Landbrote mit starkem Roggengeschmack Vollkorn

Liefern tiefen, nussigen Geschmack, Textur und höheren Ballaststoffgehalt

Gemischte Weizen-Roggen-Brote (50/50 oder mehr Weizen) Roggen 1150

Gleicht sich mit Weizen aus für bessere Krume und besseren Ofentrieb

Traditionell dichte Roggenbrote (pumpernickelähnlich oder Landbrote) Vollkorn

Authentische Textur und lange Haltbarkeit durch höheren Partikelanteil

Alltags-Sandwichroggen Roggen 1150

Milderer Geschmack und weichere Krume, bevorzugt für Sandwiches

Maximale Nährstoffe und Ballaststoffe Vollkorn

Vollkorn erhält Kleie und Keim und erhöht so Ballaststoffe und Mikronährstoffe [2]

Kann ich beide mischen?

Kann ich beide mischen?

Ja. Mischen ermöglicht Kontrolle über Geschmack, Hydratation und Textur. Kombiniere, um die extreme Dichte von Vollkorn zu reduzieren und dennoch den Vollkorncharakter zu behalten.

60% Roggen 1150 + 40% Vollkorn
→ Gute Balance: spürbare Vollkorntextur ohne übermäßige Dichte
30% Roggen 1150 + 70% Vollkorn
→ Sehr herzhaftes Brot mit starkem Roggengeschmack; Wasser- und Ruhezeiten erhöhen
50% Vollkorn + 50% Weizen (z. B. 550–1050)
→ Offene Krume mit Vollkornaroma; nützlich für Sandwichbrote

Rezepte umrechnen

A → B

Mehl: Roggen 1150 durch gleiches Gewicht Vollkorn 1:1 ersetzen

Wasser: Wasser um 8–15% der Mehlmenge erhöhen (konservativ mit +8% beginnen)

→ Dunkleres, dichteres Brot, das sich beim Kneten feuchter anfühlt und von längerer Autolyse/Ruhe profitiert

B → A

Mehl: Vollkorn durch Roggen 1150 im Verhältnis 1:1 ersetzen

Wasser: Wasser gegenüber dem Vollkornrezept um 5–10% reduzieren

→ Leichteres, milderes Brot mit schnellerem Trieb

💡 Beim Umrechnen Teig während Knetens und früher Gärung beobachten: Wasser in kleinen Schritten zugeben. Verwende eine digitale Küchenwaage für genaue Anpassungen und einen klaren, geraden Behälter, um das Volumen zu beurteilen. Starter reduzieren oder kühler gären lassen bei Vollkorn, um Überansäuerung zu vermeiden [1][2].

Quellen

  1. [1]
    The Perfect LoafThe Perfect LoafLink
  2. [2]
    PlötzblogPlötzblogLink