Rubenaud-Methode – Sanftes Falten für offene Krume

Schritt-für-Schritt Rubenaud-Methode: eine sanfte Falttechnik, die das Gluten mit minimaler Bearbeitung entwickelt, um eine offene, gleichmäßige Krume zu erreichen. Praktische Tipps und Fehlerbehebung für fortgeschrittene Hobbybäcker.

Warum diese Technik?

Eine schonende Faltabfolge, die ein zusammenhängendes Glutennetzwerk aufbaut und Gaszellen bewahrt, um eine offene Krume zu erzeugen, während Oxidation und Teigaufheizung minimiert werden.

Die Rubenaud-Methode setzt auf sehr sanfte, vertikale Anhebungen und Drehungen statt auf kräftiges Dehnen; dadurch richtet sich das Gluten aus, ohne Gaspockets zusammenzudrücken, und die Reibungswärme bleibt gering. Dieser Ansatz erhält Fermentationsgradienten und Geschmack, während er dennoch ausreichend Stärke entwickelt, um CO2 während der Stockgare zu halten [1][2].

✓ Bewahrt Gasblasen für eine offenere Krume ✓ Minimiert Teigaufheizung und Oxidation ✓ Eignet sich gut für moderat hoch hydratisierte Teige ✓ Lässt sich leicht mit längeren Stockgare-Zeitschemata kombinieren

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Wann anwenden

✓ Geeignet für:

  • • Weizenbasierte Teige 65–78 % Hydration
  • • Bäcker, die mit minimaler Bearbeitung eine offene Krume anstreben
  • • Teige nach kurzer Autolyse (20–60 Minuten)

✗ Nicht geeignet für:

  • • Sehr feste Teige (<60 % Hydration) → Rubenaud-Anhebungen entwickeln Gluten in sehr festen Teigen weniger effektiv; traditionelle Teigführung oder Maschinenkneten verwenden
  • • Reiner Roggen- oder sehr vollkorniger Teig → Geringer Glutengehalt begrenzt den Nutzen von Falttechniken

Schritt für Schritt

Vorbereitung:

Verwenden Sie eine leicht bemehlte Arbeitsfläche und halten Sie die Hände leicht feucht. Wiegen Sie die Zutaten auf einer digitalen Küchenwaage für Reproduzierbarkeit. Halten Sie eine große Schüssel oder einen Behälter für die Stockgare bereit.

1

Nach dem Mischen und einer 20–60-minütigen Autolyse die erste Rubenaud-Sequenz durchführen: Schieben Sie Ihre feuchten Fingerspitzen nahe einer Kante unter den Teig und heben Sie ihn vertikal gerade so weit an, dass ein sanfter Hügel entsteht (nicht mehr als 2–5 cm).

👀 Eine kleine vertikale Anhebung, die Gasblasen intakt hält
2

Drehen Sie die Schüssel um etwa 45° und wiederholen Sie die vertikale Anhebung in einem anderen Quadranten. Konzentrieren Sie sich auf Anheben, nicht auf Dehnen; die Bewegung soll vertikal und kontrolliert bleiben.

👀 Mehrere kleine Anhebungen rund um den Teigrand
3

Nach 6–8 Anhebungen, die um den Teig verteilt sind, abdecken und für das geplante Intervall ruhen lassen. Verwenden Sie bei Bedarf einen Teigschaber/Bench Knife, um den Teig von den Schüsselwänden zu lösen.

👀 Die Teigoberfläche glättet sich leicht, sichtbare Blasen bleiben erhalten
4

Wiederholen Sie die Sequenz in den geplanten Abständen (siehe Timing & Häufigkeit). Beim Formen den Teig minimal behandeln; in einen bemehlten Gärkorb (Banneton) oder eine leicht bemehlte Schüssel für die Stückgare legen.

👀 Teig geformt mit erhaltener innerer Struktur
5

Einschneiden und in einem vorgeheizten Dutch Oven, gusseisernen Topf oder Cloche backen, um den Ofentrieb zu maximieren; bei Bedarf Backpapier zum Transfer verwenden.

👀 Offene Krume mit dünnwandigen Alveolen nach dem Backen

🎬 Video-Anleitung

Rubenaud-Methode Demonstration 📺 Sourdough Techniques ⏱️ 4:30

Kurze Demonstration der sanften Anhebfolge und wie sie Gase für eine offene Krume bewahrt.

Wie oft?

2–4 kurze Rubenaud-Sequenzen während der ersten Hälfte der Stockgare, dann den Teig ungestört fertig gehen lassen.

Nach 30–40 Min. (post-Autolyse)
Set 1
Nach 60–80 Min.
Set 2
Nach 100–140 Min. (optional)
Set 3
Nach 160–200 Min. (selten, nur bei sehr langen Stockgaren)
Set 4

Woran erkenne ich, dass es genug ist?

Der Teig zeigt eine glattere Oberfläche, eine leichte Zunahme an Festigkeit beim Anheben und sichtbare innere Blasen durch eine leicht durchscheinende dünne Stelle — hören Sie auf zu falten, sobald diese Merkmale erscheinen, um Überarbeitung zu vermeiden [1][2].

Häufige Fehler

❌ Zu aggressives Anheben

Problem: Zerdrückt Gasblasen und verringert die Offenheit der Krume

Lösung: Machen Sie vertikale Anhebungen klein und kontrolliert; denken Sie 'anheben und ablegen', nicht 'dehnen'

❌ Zu häufiges Falten (zu viele Sequenzen)

Problem: Führt zu einer dichteren Krume und übermäßiger Oxidation

Lösung: Auf 2–4 kurze Sequenzen beschränken und die Teigstärke beobachten

❌ Teig durch Handhabung erwärmen lassen

Problem: Beschleunigt die Fermentation und kann den Teig destabilisieren

Lösung: Bewegungen zügig ausführen, Hände feucht (nicht warm) halten und bei Bedarf abgedeckt an einem kühlen Ort ruhen lassen

❌ Methode bei Roggen- oder sehr vollkornigen Teigen anwenden

Problem: Unzureichende Glutenbildung; geringer Nutzen durch sanfte Anhebungen

Lösung: Alternative Festigungsmaßnahmen verwenden (z. B. intensivere Faltungen oder andere Hydration)

Alternative Techniken

Quellen

  1. [1]
    The Perfect LoafThe Perfect LoafLink
  2. [2]
    PlötzblogPlötzblogLink