Südtiroler Schüttelbrot – Traditionelles Rezept für dünnes Roggenfladenbrot

Knuspriges, dünnes Südtiroler Schüttelbrot aus Roggen mit Körnern und Kümmel. Schritt-für-Schritt-Ablauf, praktische Tipps und wissenschaftlich gestützte Erklärungen für ein zuverlässiges Backergebnis.

Auf einen Blick

Schwierigkeit
mittel
Aktive Zeit
45 Minuten
Gesamtzeit
18–26 Stunden (inkl. kalter Gare)
Ergibt
8–10 mittelgroße Knäckebrote (ca. 500–600 g Teig)

Schüttelbrot ist ein dünnes, keksähnliches Roggenfladenbrot aus Südtirol, das sich durch eine knusprige Krume, Körner (typischerweise Kümmel und Fenchel) und lange Fermentation für Geschmack und Haltbarkeit auszeichnet. Die Verwendung von Sauerteig oder einem festen Roggensauer verbessert die Verdaulichkeit und die Geschmacksvielfalt [1][2].

✓ Dünne, knusprige Textur, ideal zur Aufbewahrung ✓ Lange, kalte Fermentation für geschmackliche Tiefe ✓ Verwendet überwiegend Roggenmehl mit Körnern und Gewürzen

Nicht geeignet wenn:

🛒 Empfohlene Produkte

Für dieses Rezept empfehlen wir folgende Hilfsmittel:

Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen. Die Links sind Affiliate-Links.

Zutaten

Wiegen Sie alle Zutaten auf einer Küchenwaage. Schüttelbrot ist auf genaue Hydration und Korngrößenverhältnisse angewiesen, um knusprig zu werden [1].

Zutat Menge % Notiz
Roggenvollkorn- / Roggenmehl mittel 300g 75% Typ 1150-ähnlich oder kräftiges dunkles Roggenmehl
Weizenbrotmehl oder Dinkelmehl 100g 25% Gibt etwas Gluten für die Handhabung; optional
Wasser 220g 55% Zimmertemperatur; ggf. leicht an Mehlaufnahme anpassen
Aktiver Roggensauer (100% Hydration) 60g 15% Gefüttert und aktiv (blubbrig) — ein fester Starter funktioniert ebenfalls
Salz 8g 2%
Sonnenblumenöl 15g 3.75% Unterstützt Knusprigkeit und Verarbeitung
Kümmelsamen 10g 2.5% Traditionelles Aroma
Fenchelsamen 8g 2.0% Optional, kurz geröstet für milderen Duft
Gespaltenes Roggen oder großer Maisgrieß 30g 7.5% Gibt Knusprigkeit; optional

Zeitplan

Traditionelle Slow-Variante

Kalte Übernacht-Gare zur Geschmacksentwicklung und für das Backen am folgenden Tag

Tag 1 Vormittag Starter füttern (falls vorhanden), damit er abends aktiv ist
Tag 1 Abend Teig mischen (20 min)
Tag 1 später Abend Stockgare bei Raumtemperatur 2–4 Stunden bis leichtes Aufgehen
Tag 1 Nacht Dünne Scheiben formen und auf Backpapier legen, kaltstellen im Kühlschrank (8–14 Stunden)
Tag 2 Morgen Backen (15–25 min)

Schnellere Same‑Day‑Variante

Kürzere Fermentation bei wärmerer Raumtemperatur für knusprige Fladen am selben Tag

Morgen Teig mischen (20 min)
Mittags Stockgare 4–6 Stunden bei 21°C
Nachmittag Dünne Scheiben formen und Endgare 1–2 Stunden (1–2 hours)
Später Nachmittag Backen (15–25 min)

💡 Tipps

  • Wenn der Teig überfermentiert und zu sauer wird, dünn formen und sofort backen, um Einbruch zu reduzieren [1].
  • Kalte Führung im Kühlschrank konzentriert den Geschmack und macht den Teig leichter auszurollen, ohne zu reißen [2].

Schritt für Schritt

1

Autolyse und mischen

Roggenmehl, Weizen-/Dinkelmehl, gespaltenen Roggen, Körner und Wasser in einer großen Rührschüssel vermengen. 20–30 Minuten ruhen lassen (Autolyse), damit sich der Roggen hydratisiert — das reduziert Klebrigkeit und verbessert die Verarbeitung [1]. Nach der Autolyse Starter, Salz und Öl zugeben; mit einem Teigschaber bis zur Gleichmäßigkeit mischen. Roggenteig bleibt klebrig — das ist normal [2].

✓ Visueller Check: Gleichmäßiger, leicht klebriger Teig mit gleichmäßig verteilten Körnern
⚠️ Häufiger Fehler: Zu viel Mehl zugeben, um Klebrigkeit 'zu beheben'; stattdessen hydratisieren lassen und ggf. leicht kühlen

⏱ 30–40 Minuten

2

Kurze Stockgare

Die Schüssel abdecken und bei Raumtemperatur (20–22°C) stehen lassen, bis der Teig leicht aufgeht und sich Gasblasen zu bilden beginnen — etwa 2–4 Stunden, je nach Temperatur.

✓ Visueller Check: Kleine Blasen und ein weicher, leicht aufgegangener Teig

⏱ 2–4 Stunden

3

Teilen und dünn formen

Arbeitsfläche mit Roggenmehl oder gespaltenem Roggen bestäuben. Teig herausgeben und in Portionen teilen. Mit bemehlten Händen und Rollenbewegungen jede Portion zu dünnen Runden oder Ovalen (2–3 mm dick) drücken und sanft ausrollen. Mit einem Teigschaber auf Backpapier übertragen.

✓ Visueller Check: Gleichmäßig dünne Scheiben mit sichtbarer Kornverteilung

⏱ 15–20 Minuten

4

Kalte Gare (empfohlen) oder kurze Endgare

Für besten Geschmack und einfachere Verarbeitung die geformten Scheiben über Nacht auf Backpapier in den Kühlschrank legen. Für Backen am selben Tag bei Raumtemperatur 1–2 Stunden gehen lassen, bis der Teig etwas weniger elastisch wirkt.

✓ Visueller Check: Scheiben sind etwas fester und die Oberflächentack reduziert

⏱ 8–14 Stunden (kalt) oder 1–2 Stunden (Raumtemperatur)

5

Backen bis knusprig

Backofen auf 250°C vorheizen. Einen Backstein oder ein Backblech in den Ofen legen. Das Backpapier mit den Scheiben auf die heiße Fläche einschieben. 6–10 Minuten backen, dann Temperatur auf 220°C senken und weitere 6–12 Minuten backen, bis tief goldbraun und knusprig. Zur gleichmäßigen Bräunung einmal wenden. Beim Umgang mit heißen Blechen Ofenhandschuhe verwenden.

✓ Visueller Check: Gleichmäßige, tief goldbraune Farbe; nach dem Abkühlen spröde, vollständig knusprige Textur

⏱ 12–22 Minuten

6

Vollständig abkühlen

Mit einem Teigschaber oder einer Palette auf ein Abkühlgitter transferieren. Vor dem Lagern vollständig auskühlen lassen — warmes Schüttelbrot wird weich und kann zäh statt knusprig werden [1][2].

✓ Visueller Check: Vollständig abgekühlte, brüchige Knäckebrote

⏱ 1–2 Stunden

Tipps & Variationen

Variationen

Kräuter‑Schüttelbrot

1 EL getrockneter Rosmarin und 1 TL Thymian in den Teig geben

→ Aromatisch, passt gut zu Käse

Körnerlastig

Gespaltenen Roggen auf 50 g erhöhen und 30 g gemischte Saaten hinzufügen

→ Mehr Knusprigkeit und rustikale Textur

Gewürzt

1 TL geräuchertes Paprikapulver und 1/2 TL schwarzer Pfeffer hinzufügen

→ Rauchiges, würziges Profil

Profi-Tipps

  • 💡 Dünner ausrollen, als Sie denken — der Teig zieht sich beim Backen leicht zusammen; Ziel: 2–3 mm.
  • 💡 Fenchel oder Kümmel kurz in einer trockenen Pfanne rösten, um das Aroma vor dem Mischen zu entfalten.
  • 💡 In einer luftdichten Dose lagern für maximale Haltbarkeit; Schüttelbrot wurde historisch zur langen Lagerung hergestellt [2].

Häufige Probleme

Häufige Probleme und schnelle Lösungen für knuspriges, verlässliches Schüttelbrot:

Aufbewahrung

Luftdichte Dose oder Glas

2–3 Wochen

An einem kühlen, trockenen Ort aufbewahren; Schichten mit Backpapier trennen, um Bruch zu vermeiden

Papiertüte in einer Dose

1–2 Wochen

Ermöglicht leichten Feuchteaustausch, damit es nicht schwitzt

Einfrieren

3 Monate

Luftdicht verpacken, bei Raumtemperatur auftauen

⚠️ Nicht im Kühlschrank lagern — kühle, trockene Lagerung bewahrt die Knusprigkeit; Kühlschrank beschleunigt Feuchtetransport und macht weich [1].

Quellen

  1. [1]
    The Perfect LoafThe Perfect LoafLink
  2. [2]
    PlötzblogPlötzblogLink