Mischbrot Roggen-Dinkel 70/30 – Rezept & Anleitung

Klassisches deutsches Mischbrot mit 70 % Roggen und 30 % Dinkel. Ausführlicher Zeitplan, Techniktipps und wissenschaftlich fundierte Problemlösungen für ein saftiges, aromatisches Brot.

Auf einen Blick

Schwierigkeit
mittel
Aktive Zeit
35 Minuten
Gesamtzeit
18–24 Stunden (abhängig von der Kühagare)
Ergibt
1 Laib (ca. 900 g)

Ein traditionelles Mischbrot mit 70 % Roggen und 30 % Dinkel. Diese Rezeptur balanciert das Aroma und die Feuchtigkeit des Roggens mit der helleren Krume des Dinkels. Lange, kühle Gärung verbessert Geschmack und Verdaulichkeit — ein Kernprinzip der deutschen Sauerteigpraxis[2].

✓ Ausgewogener Geschmack — Säurenote vom Roggen, Weichheit vom Dinkel ✓ Flexibler Zeitplan: Übernacht-Gare im Kühlschrank möglich ✓ Keine intensive Knetarbeit erforderlich

Nicht geeignet wenn:

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Zutaten

Wiegen Sie alle Zutaten auf einer Küchenwaage. Roggen verhält sich anders als Weizen bei der Hydration — wiegen Sie für Konsistenz und folgen Sie eher den Zeiten als nur dem Gefühl[1][2].

Zutat Menge % Notiz
Roggenmehl (mittel) 420g 70% Deutscher Type ~997–1150; liefert den charakteristischen Roggengeschmack
Dinkelmehl (stark) 180g 30% Bietet Glutenunterstützung und eine leichtere Textur
Wasser 520g 86% Hohe Hydration hilft, Roggen saftig zu halten; Temperatur ~24°C
Aktiver Roggensauerteig (100% Hydration) 160g 27% 6–10 Stunden vorher füttern, damit der Starter aktiv und blasig ist[1]
Salz 12g 2% Nach Geschmack anpassen
Kümmelsamen (optional) 10g 2% Traditionelles Aroma; beim Mischen hinzufügen

Zeitplan

Traditioneller Tagesablauf

Ganztägiger Zeitplan bei Raumtemperatur

6:00 Starter füttern
12:00 Teig mischen (15 min)
12:15 - 17:00 Stockgare bei Raumtemperatur (20–22°C)
17:00 Formen (10 min)
17:10 - 19:00 Stückgare
19:00 Backen (60 min)

Abendvorbereitung / Wochentag

Formen und über Nacht im Kühlschrank retardieren; am nächsten Tag backen

21:00 Teig mischen (15 min)
21:15 Kurze Stockgare, formen
21:30 Geformten Laib ins Gärkörbchen legen und 10–14 Stunden in den Kühlschrank stellen
Nächster Tag 17:30 Ofen mit Dutch Oven vorheizen
Nächster Tag 18:00 Backen (60 min)

💡 Tipps

  • Wenn der Teig schneller gärt als geplant, im Kühlschrank kühlen, um die Aktivität zu verlangsamen — nützlich zur Temperaturkontrolle[2].
  • Geformter Teig verträgt 12–48 Stunden im Kühlschrank; der Geschmack verbessert sich mit der Zeit[1].

Schritt für Schritt

1

Autolyse & Mischen

Roggen- und Dinkelmehl mit dem größten Teil des Wassers (ca. 20 g zurückhalten) mischen. In einer großen Rührschüssel vermengen, bis kein trockenes Mehl mehr sichtbar ist. 30–45 Minuten ruhen lassen, damit das Mehl quellen kann und sich die Glutenbildung im Dinkel verbessert[1]. Nach der Autolyse Starter, das zurückbehaltene Wasser und Salz hinzufügen; mit einem Teigschaber mischen, bis eine homogene Masse entsteht.

✓ Visueller Check: Der Teig ist klebrig und zusammenhängend; Roggen bildet kein starkes Glutfenster
⚠️ Häufiger Fehler: Versuchen, Roggen zu einem glatten Glutnetz zu kneten — Roggen verhält sich anders als Weizen[2].

⏱ 35–50 Minuten

2

Stockgare

Schüssel abdecken. Bei 20–22°C stocken lassen, bis der Teig leicht kuppig ist und kleine Bläschen zeigt. Bei dieser Mischung mit 4–6 Stunden rechnen; die Zeit variiert je nach Starterstärke und Temperatur[1][2]. Einmal nach 60–90 Minuten falten, um den Teig zu ordnen und Gase zu verteilen.

✓ Visueller Check: Leichter Anstieg (~30–50%), belüftete Textur mit kleinen Bläschen

⏱ 4–6 Stunden (variabel)

3

Formen

Arbeitsfläche großzügig mit Roggen- oder Dinkelmehl bestäuben. Teig mit einem Teigschaber herausheben. Vorsichtig zu einem Bâtard (oval) formen — nicht kräftig entgasen. Mit der Naht nach oben in ein bemehltes Banneton legen.

✓ Visueller Check: Gespanntes Außenbild, Naht oben sichtbar

⏱ 8–12 Minuten

4

Stückgare (Raum oder Kühlschrank)

Abdecken und gehen lassen, bis der Teig aufgegangen ist und den sanften Einstichtest besteht. Bei Raumtemperatur 1,5–2,5 Stunden; für Übernacht-Retard 10–14 Stunden im Kühlschrank. Retardieren erhöht die Säure und verbessert die Haltbarkeit[2].

✓ Visueller Check: Einstichfedert langsam zurück; Oberfläche zeigt entspannten Glanz

⏱ 1,5–14 Stunden je nach Methode

5

Vorheizen und Backen

Ofen auf 250°C vorheizen und den Dutch Oven 30–45 Minuten mit aufheizen. Laib auf Backpapier stürzen, mit einer Brotlame einschneiden. In den Dutch Oven geben, Deckel aufsetzen und 20 Minuten backen, dann Deckel entfernen und auf 200°C reduzieren für weitere 35–40 Minuten, bis die Kruste gut gefärbt ist. Mit einem Sofortthermometer die Kerntemperatur prüfen: 96–98°C[1].

✓ Visueller Check: Kruste dunkelbraun, Laib klingt hohl beim Klopfen

⏱ 55–65 Minuten

6

Vor dem Schneiden abkühlen

Laib mit Ofenhandschuhen auf ein Gitter legen und mindestens 2 Stunden abkühlen lassen. Zu frühes Schneiden macht die Roggenkrume klebrig wegen zurückgehaltener Feuchtigkeit und nicht vollständig gesetzter Stärke[2].

✓ Visueller Check: Laib nicht mehr warm; Krume gesetzt

⏱ 2+ Stunden

Tipps & Variationen

Variationen

Mischbrot mit Körnern

50 g gemischte Körner (Sonnenblumen, Leinsamen) beim Mischen hinzufügen

→ Mehr Textur und nussiges Aroma

Leicht gesüßt

1 EL Honig ins Wasser geben

→ Feine Süße; Kruste bräunt etwas schneller

Höherer Dinkelanteil

40 % Dinkel / 60 % Roggen verwenden

→ Sanftere Krume, einfachere Verarbeitung

Profi-Tipps

  • 💡 Für konstante Ergebnisse Zutaten auf einer Küchenwaage wiegen. Präzision reduziert Schwankungen[1].
  • 💡 Einen roggenfähigen Starter entwickeln, indem Sie mehrere Tage lang mit Roggenmehl füttern, wenn Ihr Starter weizenbasiert ist[2].
  • 💡 Mit einem Wellenschliff-Brotmesser nach vollständigem Abkühlen schneiden, um die Krumenstruktur zu erhalten.

Häufige Probleme

Läuft nicht wie geplant? Häufige Probleme:

Aufbewahrung

Brotkasten/Brotbeutel

5–7 Tage

Aufgeschnittene Seite nach unten lagern, um Feuchtigkeit zu halten

Küchentuch

3–4 Tage

Leinen verwenden, um leichte Luftzirkulation zu ermöglichen

Einfrieren

3 Monate

Vor dem Einfrieren schneiden; direkt gefroren toasten

⚠️ Brot nicht im Kühlschrank aufbewahren — Kühlung beschleunigt die Stärkeretrogradation und macht Brot schneller zäh[2].

Quellen

  1. [1]
    The Perfect LoafThe Perfect LoafLink
  2. [2]
    PlötzblogPlötzblogLink