Landmischbrot (Mischbrot aus Roggen und Weizen) – Rezept & Anleitung

Klassisches deutsches Landmischbrot: ausgewogener Roggen‑Weizen‑Sauerteig mit offenporiger Krume und langer Geschmacksentwicklung. Schritt‑für‑Schritt‑Zeitplan für Hobbybäcker.

Auf einen Blick

Schwierigkeit
mittel
Aktive Zeit
40 Minuten
Gesamtzeit
18–28 Stunden (je nach Retardierung)
Ergibt
1 Laib (ca. 1 kg)

Landmischbrot ist ein traditionelles deutsches Mischbrot, das Roggen und Weizen fĂĽr Aroma, Haltbarkeit und eine ausgewogene Textur kombiniert. Lange, kĂĽhle Fermentation und ein reifer Sauerteig erzeugen Geschmacksvielfalt und bessere Verdaulichkeit[1][2].

✓ Ausgewogener Roggen‑Weizen‑Geschmack ✓ Flexibler Zeitplan mit Übernacht‑Retardierung ✓ Gute Krume bei moderater Säure

Nicht geeignet wenn:

đź›’ Empfohlene Produkte

FĂĽr dieses Rezept empfehlen wir folgende Hilfsmittel:

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Zutaten

Wiegen Sie alle Zutaten mit einer Küchenwaage; verwenden Sie Gramm für Konsistenz. Hydration und Starteraktivität steuern die Fermentationsgeschwindigkeit[1][2].

Zutat Menge % Notiz
Roggenmehl (mittel) 200g 33% Deutsche Type 997–1150 für Aroma
Weizenbrotmehl 400g 67% Sorgt fĂĽr Gluten und Struktur
Wasser 420g 70% Zimmertemperatur (20–24°C). Hydration als % der Gesamtmehlmenge angegeben
Aktiver Sauerteig (100% Hydration) 150g 25% Voll aktiv 4–8 Stunden nach Fütterung
Salz 12g 2% Nach dem ersten Mischen zugeben

Zeitplan

Klassisch (ohne Retardierung)

Taggebäck, einzelne Stockgare

08:00 Sauerteig füttern, damit er in 4–6 Stunden aktiv ist
12:00 Teig mischen (Autolyse optional 30 min) (20 min)
12:30–16:30 Stockgare mit Dehn‑und‑Falt‑Abfolgen alle 30–45 min in den ersten 2 Stunden (4 Stunden)
16:30 Formen und ins [Banneton](https://amzn.to/4r2duLq) legen (10 min)
17:00–18:30 Endgare bei Raumtemperatur (oder retadieren) (1–1,5 Stunden)
18:30 Backen (50–60 min)

Wochentagabend (Retard)

Abends mischen, am nächsten Tag backen

21:00 Mischen und eine Runde Falten durchfĂĽhren (15 min)
21:30 Formen, ins Banneton legen und in den KĂĽhlschrank stellen (10 min)
Nächster Tag 18:00 Aus dem Kühlschrank nehmen, Ofen mit [Dutch Oven](https://amzn.to/4k0AN6f) vorheizen (30–60 min)
19:00 Backen (50–60 min)

đź’ˇ Tipps

  • Wenn der Teig zu schnell gärt, im KĂĽhlschrank kĂĽhlen, um die enzymatische Aktivität zu verlangsamen[1].
  • Ein geformter Laib kann 24–48 Stunden im KĂĽhlschrank aufbewahrt werden, um zeitliche Flexibilität zu ermöglichen[2].

Schritt fĂĽr Schritt

1

Autolyse und Erstvermengung

Weizen‑ und Roggenmehl mit 380 g des Wassers in einer großen Rührschüssel vermengen. Mischen bis alle Mehlpartikel hydriert sind und 20–30 Minuten ruhen lassen (Autolyse), um Glutenbildung und enzymatische Geschmacksentwicklung zu verbessern[1].

✓ Visueller Check: Teig wirkt zusammenhängend; Roggen macht ihn etwas klebrig
⚠️ Häufiger Fehler: Autolyse überspringen → dichtere Krume und geringere Dehnbarkeit

⏱ 30–40 Minuten

2

Starter und Salz zugeben

Nach der Autolyse aktiven Starter und bei Bedarf die restlichen 40 g Wasser sowie das Salz zugeben. Mit Dehn‑und‑Falt‑Bewegungen in der Schüssel unter Verwendung einer Teigkarte gleichmäßig einarbeiten.

✓ Visueller Check: Teig zeigt erste Anzeichen von Kraft und Elastizität
đź’ˇ Salz nach der Autolyse zugeben, um eine zu frĂĽhe Hemmung der Enzyme zu vermeiden[2]

⏱ 10 Minuten

3

Stockgare mit Falten

Führen Sie 3–4 Serien Dehn‑und‑Falt‑Abfolgen alle 30–45 Minuten in den ersten 2 Stunden durch. Die Schüssel bedeckt halten (Deckel, Tuch oder ein klarwandiger, gerader Behälter). Anschließend den Teig ungestört weitergären lassen, bis das Volumen etwa um 50% zugenommen hat.

âś“ Visueller Check: Teig ist belĂĽftet mit kleinen Blasen, leicht wabbelig

⏱ 3–5 Stunden (abhängig von Temperatur und Starter)

4

Vorfomung und kurze StĂĽckgare

Teig auf eine leicht bemehlte Arbeitsfläche stürzen, vorformen zu einem runden oder ovalen Laib. Mit der Naht nach unten 20–30 Minuten ruhen lassen, damit sich das Gluten entspannt, bevor endgültig geformt wird. Eine Teigkarte hilft, klebrigen Teig sauber anzuheben.

✓ Visueller Check: Teig hält die Form, ist aber noch leicht elastisch

⏱ 30–40 Minuten

5

Endform und Endgare

Straff zu einem länglichen Laib formen (Landbrot‑Stil) und mit der Naht nach oben in ein gut bemehltes Banneton oder Gärkorb legen. Abdecken und bei Raumtemperatur 60–90 Minuten gehen lassen oder 12–48 Stunden im Kühlschrank retardieren.

âś“ Visueller Check: Laib zeigt sanften Auftrieb; Stupstest federt langsam zurĂĽck

⏱ 1–48 Stunden (siehe Zeitplan)

6

Backen mit Dampf

Ofen auf 250°C vorheizen (mit Dutch Oven im Ofen) für 30–45 Minuten. Laib auf Backpapier stürzen, mit einer Brotlame einschneiden und (Papier + Teig) in den heißen Dutch Oven geben. Abgedeckt 15 Minuten backen, dann Deckel entfernen und auf 200°C reduzieren für weitere 30–35 Minuten.

✓ Visueller Check: Tief goldbraune Kruste, hohles Klangbild beim Klopfen; Kerntemperatur 96–98°C gemessen mit einem Schnellthermometer

⏱ 45–55 Minuten (inkl. Abdeckphase)

7

Richtig auskĂĽhlen

Mit Ofenhandschuhen den Laib aus dem Dutch Oven nehmen und auf einem Gitterrost platzieren. Mindestens 2 Stunden auskühlen lassen — zu frühes Anschneiden führt zu klebriger Krume[1][2].

✓ Visueller Check: Laib ist vollständig ausgekühlt und klingt hohl

⏱ 2+ Stunden

Tipps & Variationen

Variationen

Mehr Roggen (40–50%)

Roggenanteil auf 40–50% der Gesamtmehlmenge erhöhen

→ Ausgeprägterer Roggengeschmack und dichtere Krume; Hydration um +5–10% anpassen und kürzere Haltbarkeit erwarten[2]

Mit Saaten belegte Kruste

Laib vor dem Backen mit Wasser bestreichen und Saaten (KĂĽmmel, Sonnenblumenkerne) andrĂĽcken

→ Aromatische Kruste und zusätzliche Textur

Weichere Krume

Etwas höhere Hydration (+2–3%) und längere Autolyse verwenden

→ Offenere Krume, etwas klebrigere Verarbeitung

Profi-Tipps

  • đź’ˇ Immer Zutaten mit einer KĂĽchenwaage wiegen fĂĽr Wiederholbarkeit[1].
  • đź’ˇ Kein Dutch Oven vorhanden? Verwenden Sie eine Backglocke (Cloche) oder erzeugen Sie Dampf mit einem heiĂźen Blech und Wasser; Vor‑Dampf‑Methoden unterscheiden sich in ihrer Wirksamkeit[1].
  • đź’ˇ Bei Mischteig flacher einschneiden: Roggen begrenzt den Ofentrieb gegenĂĽber 100% Weizen, daher sehr tiefe Schnitte vermeiden[2].
  • đź’ˇ GekĂĽhlten Laib mit einem Wellenschliff‑Brotmesser aufschneiden, um die Krume nicht zu zerdrĂĽcken.

Häufige Probleme

Häufige Probleme und schnelle Lösungen:

Aufbewahrung

Brotbeutel / Brotkasten

4–7 Tage

Bei Raumtemperatur aufbewahren, Schnittfläche nach unten, um Feuchtigkeit zu halten

KĂĽchentuch

3–4 Tage

In Leinen einwickeln, um langsamen Feuchteaustausch zu erlauben

Einfrieren

3 Monate

Vor dem Einfrieren in Scheiben schneiden und die Scheiben direkt aus dem Gefrierfach toasten

⚠️ Brot nicht im Kühlschrank lagern — Kühlung beschleunigt die Stärke‑Retrogradation und das Altbackenwerden[1][2]

Quellen

  1. [1]
    The Perfect Loaf – The Perfect Loaf – Link
  2. [2]
    Plötzblog – Plötzblog – Link